Energiefragen

Was bedeuten die verschiedenen Gütesiegel?

In der Schweiz gibt es im Bereich der Wärmepumpen zwei Gütesiegel und das Zertifikat Fachpartner. Diese drei Auszeichnungen werden von der Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz (FWS) vergeben. Die Gütesiegel sind Bestandteil der Qualitätssicherungsmassnahmen der FWS und des Bundesamtes für Energie. Förder- und Anreizprogramme des Bundes, der Kantone und der EVU sind in der Regel an die Gütesiegel gebunden.

Eine Wärmepumpe bzw. eine Wärmepumpenreihe wird auf Antrag des Herstellers mit dem Wärmepumpen-Gütesiegel ausgezeichnet, wenn die Wärmepumpe die minimalen technischen Anforderungen erfüllt (z.B. minimaler im akkreditierten Prüfzentrum gemessener COP, Schallmessung auf Prüfstand, Mindestanforderungen betreffend Planungsunterlagen, vollständige Einbau- und Betriebsanleitung) und wenn der Hersteller in der Schweiz ein flächendeckendes Kundendienstnetz garantiert. Das Verfahren ist international abgestützt (European Heat Pump Association, EHPA).

Das Gütesiegel für Erdwärmesonden-Bohrfirmen sichert eine Arbeit nach dem Stand der Technik zu. Die Gütesiegelträger haben sich verpflichtet, eine Reihe von Regeln beim Einsatz und bei der Auswahl von Materialien und Geräten sowie bei der Arbeitsausführung einzuhalten und ihre Mitarbeiter regelmässig in fachliche Weiterbildungskurse zu schicken. Der Umwelt- und Gewässerschutz hat dabei einen hohen Stellenwert. Die genauen Regeln sind im Gütesiegel-Reglement festgelegt. Die Einhaltung der Regeln wird durch die Gütesiegelkommission stichprobenweise kontrolliert.

Mit dem Prädikat Fachpartner mit Zertifikat werden Wärmepumpenfachleute (Heizungsplaner und Heizungsinstallateure) ausgezeichnet, welche eine zweistufige Weiterbildung der FWS und die anschliessende Fachprüfung erfolgreich absolviert haben. Die Träger des Zertifikats sind in der Lage, für Wärmepumpenanlagen in Kleinobjekten – Neubau und Sanierung – Einsatzmöglichkeiten zu erkennen, die notwendigen Daten vor Ort zu erfassen sowie eine Anlage korrekt zu planen, zu installieren und in Betrieb zu nehmen.

Was sind ein Watt (W), ein Kilowatt (kW), ein Kilowatt-Peak (kWp) und eine Kilowattstunde (kWh)?

Ein Watt (abgekürzt W) ist eine häufig verwendete Einheit für elektrische Leistung. Ein Watt entspricht dem Energiefluss, mit dem eine Energie von 1 Joule während einer Sekunde übertragen wird. Ein Kilowatt (kW) entspricht 1000 Watt (W).

Die Kilowattstunde (abgekürzt kWh, kW·h oder kW h) ist eine Einheit, die der Energie entspricht, die ein elektrisches Gerät mit einer Leistung von 1000 Watt (1 kW) in einer Stunde verbraucht. Zum Vergleich: Die Leistung eines Automotors wird in Pferdestärken (PS) ausgedrückt, was einer Leistung in KW entspricht, während der Verbrauch in Liter Benzin angegeben wird (1 Liter = 10 kWh).

Ein Kilowatt-Peak (abgekürzt kWp) ist ein Mass für die maximale elektrische Leistung einer Solaranlage unter Standardbedingungen bei einer Bestrahlungsstärke von 1000 W/m2 (am Mittag) und einer Solarmodul-Temperatur von 25 Grad Celsius.

Dieses Mass ist besonders nützlich für den Vergleich der relativen Leistung verschiedener Solaranlagen.

Wie viel Energie verbrauche ich pro Jahr?

Der Energieverbrauch eines vierköpfigen Haushalts wird auf 4000 kWh/Jahr (ohne Heizbedarf) geschätzt. Mit dem Solarrechner von EnergieSchweiz können Sie Ihren jährlichen Energieverbrauch genau berechnen.

Was heisst GEAK?

GEAK ist die Abkürzung von Gebäudeenergieausweis der Kantone.

Was ist der GEAK?

Der GEAK ermöglicht eine energetische Bewertung von Gebäuden. Der Gebäudeenergieausweis GEAK basiert auf dem rechnerisch ermittelten Energiebedarf, der mit den effektiven Verbrauchsdaten verifiziert wird. Er bildet die Grundlage für eine umfassende Sanierungsanalyse.

Wer kann einen GEAK ausstellen?

Der GEAK wird von zertifizierten GEAK-Experten ausgestellt. Eine Liste der zertifizierten Experten ist auf der Webseite www.geak.ch zu finden. Der Gebäudeeigentümer kann den Experten frei wählen.

Förderung

Wird die Anschaffung einer Wärmepumpe gefördert?

Förderungen sind lokal sehr unterschiedlich. Auf unserer Internetseite www.energiefranken.ch gibt es aktuelle Informationen.

Gas-Brennwert

Öl-Brennwert

Wozu dient eine Warmwasser-Zirkulationsleitung?

Bei langen Entfernungen zwischen dem Aufstellort des Warmwasserspeichers und der Zapfstelle kann eine Warmwasserzirkulationsleitung eingesetzt werden, damit die Warmwasserleitung immer warm gehalten wird und beim Zapfen sofort warmes Wasser zur Verfügung steht. Wenn möglich sollte darauf verzichtet werden, da der Energieverbrauch für die Warmwasserleitung deutlich ansteigt.

Solaranlagen

Wie unterscheiden sich thermische und photovoltaische Solarenergie voneinander?

Mit photovoltaischer Solarenergie (Photovoltaik) wird Strom, beispielsweise für Haushaltsgeräte oder die Beleuchtung, produziert. Thermische Solarenergie (Solarthermie oder Solarwärme) erzeugt Wärme, die zum Heizen oder für Warmwasser verwendet wird.

Unsere thermischen Solaranlagen

Worin unterscheiden sich thermische Solarenergie für Warmwasser und thermische Solarenergie für Warmwasser und Heizung?

Mit thermischer Solarenergie kann entweder der Bedarf an Brauchwarmwasser eines Haushalts (sanitäres Warmwasser, Geschirrspüler, Waschmaschine) oder der Warmwasser- und Heizungsbedarf gedeckt werden. Im letzteren Fall wird allerdings eine grössere und damit teurere Anlage benötigt.

In wie vielen Jahren ist meine thermische Solaranlage amortisiert?

Die Amortisationszeit hängt von verschiedenen Faktoren ab, beispielsweise von den Installationskosten der Anlage, dem Stromvergütungspreis, der Leistung der Sonnenkollektoren und der Art der verfügbaren Fördergelder. In der Regel ist eine thermische Solaranlage in zwanzig Jahren amortisiert.

Wie gross muss meine thermische Solaranlage sein, um meinen Warmwasserbedarf zu decken?

Die Grösse einer Solaranlage hängt nicht nur von Ihrem Bedarf und der Anzahl Personen in Ihrem Haushalt ab, sondern auch von der beabsichtigten Nutzung (Brauchwarmwasser und/oder Heizungsunterstützung), von Ihrem Standort sowie vom Neigungswinkel und von der Ausrichtung Ihres Dachs.

In der Regel rechnet man für einen 4-Personen-Haushalt mit durchschnittlichem Verbrauch und einer thermischen Solaranlage, die nur zur Deckung des Warmwasserbedarfs eingesetzt wird, mit einer Sonnenkollektoren-Fläche von 6m2.

Ist mein Haus für eine Solaranlage geeignet?

Die Strahlungsintensität in der Schweiz ist in allen Regionen des Landes gross genug, um solarthermische Anlagen sinnvoll zu betreiben.

Eine zwischen Südost und Südwest ausgerichtete und möglichst schattenfreie Dachfläche mit einer Neigung von 20° bis 60° ist am besten für die Errichtung einer Solaranlage geeignet. Pro Person braucht man hier für die Brauchwasser-Erwärmung ca. 1 m² Kollektorfläche. Mit einer etwas grösseren Kollektorfläche kann auch auf einer West- oder Ostseite der gleiche Energieertrag erzielt werden. Flachdächer eignen sich ebenfalls gut und eine Wandmontage ist auch möglich.

Wie hoch ist die Lebensdauer von Solaranlagen?

Durch langjährige Entwicklung und Produktion von Solartechniken sowie durch die hohen Qualitätsstandards, die sich Weishaupt gegenüber seinen Produkten setzt, können heutige Solaranlagen noch nach über 20 Jahren Wärme produzieren.

Wie wird die Solaranlage vor Frost geschützt?

In den Rohren einer Solaranlage befindet sich eine fertig gemischte Wärmeträgerflüssigkeit. Dieses Gemisch befindet sich in einem Kreislauf zwischen dem Solarkollektor und dem Solarspeicher. Die Wärmeträgerflüssigkeit verhindert bei Minusgraden das Einfrieren der Anlage.

Kann ich meinen kompletten Warmwasserbedarf durch Solarenergie abdecken?

In unseren Breitengraden kann der jährliche Warmwasserbedarf eines Haushaltes zu 60 % mit Solarenergie abgedeckt werden. In den Sommermonaten wird der komplette Warmwasserbedarf allein durch die Solaranlage gedeckt. Durch die Kombination mit einer Wärmepumpe lässt sich auch im Winter der Warmwasserbedarf abdecken.

 

Wärmepumpen

Was versteht man unter Vor- und Rücklauftemperatur?

Mit der Vorlauftemperatur bezeichnet man in der Heizungstechnik die Temperatur des Heizungswassers nach dem Erhitzen durch einen Wärmeerzeuger (z. B. Wärmepumpe), das in das Verteilsystem (z. B. Rohrleitung) geleitet wird. Das Wärmemedium erreicht den Verbraucher mit einer Temperatur, die niedriger als die Vorlauftemperatur ist. Diese hängt von der Qualität der Isolation der Versorgungsstrecke zwischen Wärmequelle und Verbraucher ab. Mit der Rücklauftemperatur bezeichnet man die Temperatur des Heizungswassers nach dem Durchlaufen des Wärmeverbrauchers. Die Temperaturdifferenz zwischen Vor- und Rücklauftemperatur bezeichnet man als Temperaturspreizung.

Hier erfahren Sie noch mehr Details

Welche Lebensdauer haben Wärmepumpen und von welchen Faktoren wird diese beeinflusst?

Die Lebensdauer einer Wärmepumpe zur Wohnraumbeheizung mit Warmwasserbereitung ist u.a. abhängig von den Schaltzyklen des Verdichters und der Einhaltung der Mindestlaufzeiten. In der Regel hat der Verdichter eines Kältekreislaufes eine Lebensdauer von ca. 40.000 Betriebsstunden. Dies entspricht bei 2000 Volllaststunden pro Jahr einer Lebensdauer von ca. 20 Jahren.

In der Regel liegt die durchschnittliche Lebensdauer einer Wärmepumpe bei normaler Nutzung zwischen 15 und 20 Jahren.

Welches Heizleistungsspektrum kann mit Wärmepumpen abgedeckt werden?

Das Heizleistungsspektrum der Weishaupt-Wärmepumpen reicht von 5,1 kW bei einer Luft /Wasser-WP bis hin zu 180 kW bei einer Wasser / Wasser-WP (Stand: 2016).

Welche Kältemittel werden eingesetzt?

In Weishaupt Wärmepumpen werden je nach Einsatzbereich folgende FCKW-freien Kältemittel eingesetzt:

R410A / R404A / R417A  / R407C / R134a

Warum eine Wärmepumpe?

Der hohe Anteil fossiler Energieträger an unserer Energieversorgung hat schwerwiegende Folgen für unsere Umwelt. Bei der Verbrennung werden Schadstoffe, wie Schwefeldioxid und Stickoxide, in grossen Mengen freigesetzt.

Die Raumheizung mit fossilen Energieträgern trägt erheblich zum Schadstoffausstoss bei, da aufwendige Abgasreinigungsmassnahmen – wie in modernen Kraftwerken – nicht durchgeführt werden können. Aufgrund der begrenzten Vorräte an Öl und Gas ist der hohe Anteil der fossilen Energieträger an unserer Energieversorgung problematisch.

Die Art der Stromproduktion wird sich in Zukunft in Richtung zu mehr regenerativen bzw. neuentwickelten Erzeugungsmethoden verändern. Nehmen Sie automatisch an dieser Entwicklung teil, denn Strom ist die zukunftsorientierte Antriebsenergie einer Wärmepumpe.

Die Wärmepumpe ist ein „Transportgerät“, das die kostenlos zur Verfügung stehende Umweltwärme auf ein höheres Temperaturniveau bringt.

 

Wie wandelt Wärmepumpe Wärme niedriger Temperatur in Wärme hoher Temperatur um?

Sie entzieht der Umgebung – Erdreich, Wasser (z.B. Grundwasser) und Luft (z.B. Außenluft) – gespeicherte Sonnenwärme und gibt diese zusätzlich zur Antriebsenergie in Form von Wärme an den Heiz- und Warmwasserkreislauf ab.

Wärme kann nicht von selbst von einem kälteren auf einen wärmeren Körper übergehen. Sie fliesst immer von einem Körper hoher Temperatur zu einem Körper mit niedrigerer Temperatur (Zweiter Hauptsatz der Wärmelehre). Daher muss die Wärmepumpe die aufgenommene Wärmeenergie aus der Umgebung unter Einsatz von hochwertiger Energie – z. B. Strom für den Antriebsmotor – auf ein zum Heizen und Warmwasserbereiten notwendiges Temperaturniveau bringen.

Eigentlich arbeitet die Wärmepumpe wie ein Kühlschrank. D. h. mit gleicher Technik, aber mit umgekehrtem Nutzen. Sie entzieht einer kalten Umgebung Wärme, die zum Heizen und Warmwasserbereiten genutzt werden kann.

 

Welche Wärmequelle kann ich nutzen?

In Wohngebieten stehen im Regelfall folgende Wärmequellen zu Verfügung:

  • Grundwasser
  • Erdreich
  • Aussenluft

 

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Wie können Wärmepumpen betrieben werden?

Monovalenter Betrieb

Diese Betriebsart deckt den Wärmebedarf des Gebäudes das ganze Jahr über – 100%ig – allein. Dieser Anwendungsart sollte daher immer, soweit möglich, der Vorzug gegeben werden. Üblicherweise werden Sole/Wasser oder Wasser/Wasser-Wärmepumpen monovalent betrieben. Aber auch der monovalente Betrieb von Luft-/Wasser-Wärmepumpen ist möglich.

Monoenergetischer Betrieb

Die Wärmpumpe deckt einen Grossteil der benötigten Wärmeleistung ab. An wenigen Tagen ergänzt bei tiefen Aussentemperaturen ein elektrischer Heizstab die Wärmepumpe. Diese Betriebsart ist bei der Wärmequelle Luft sinnvoll. Beide Wärmeerzeuger werden mit einer Energieform (Strom) betreiben, also monoenergetisch.

Bivalenter Betrieb

Die Wärmepumpe deckt den Wärmebedarf zum grössten Teil allein. Bei sehr tiefen Aussentemperaturen arbeiten Wärmepumpe und der zweite Wärmeerzeuger, z. B. eine Ölheizung, zusammen. Diese Betriebsart kommt bei der Renovierung von Altbauten unter Beibehaltung des vorhandenen Kessels zum Einsatz.

Wie macht man mit einer Wärmepumpe sein Warmwasser?

Für die Warmwasserbereitung mit der Wärmepumpe sind spezielle Warmwasserspeicher mit grossen Tauscherflächen notwendig, um die hohen Übertragungsleistungen effizient auf das Wasser übertragen zu können.

Die Luft/Wasser-Wärmepumpe bereitet gerade im Sommer das Warmwasser mit niedrigsten Betriebskosten und eignet sich durch die hohen Leistungszahlen sogar zur Schwimmbaderwärmung.

Die Regelung der Wärmepumpe der sog. Wärmepumpenmanager regelt automatisch die Heizung und die Warmwasserbereitung. Bedarfsabhängig können Absenkzeiten oder regelmässige Nacherwärmungen programmiert werden. Es ist sogar möglich, die Warmwasserbereitung ausschliesslich in Zeiten mit günstigeren Stromtarifen zu verlegen (z.B. nachts).

Was ist bei einer Sanierung zu beachten?

Vor der Entscheidung für eine Wärmepumpe muss die bestehende Heizungsanlage genauer betrachtet und die tatsächlich benötigte maximale Heizungsvorlauftemperatur festgestellt werden.

Ist die tatsächlich benötigte maximale Heizungsvorlauftemperatur nicht bekannt, so kann diese überschlägig nach folgendem Verfahren bestimmt werden:

Während der Heizperiode werden die Vor- und Rücklauftemperatur bei vollständig geöffneten Thermostatventilen so lange abgesenkt, bis sich eine Raumtemperatur von ca. 20-22°C einstellt. Ist die gewünschte Raumtemperatur erreicht, werden die aktuelle Vor- und Rücklauftemperatur, sowie die Aussentemperatur notiert. Aus diesem Wert lässt sich die tatsächlich benötigte maximale Heizungsvorlauftemperatur festlegen.

Welche Energien nutzen und erzeugen Wärmepumpen?

Wärmepumpen erzeugen aus 75% Umweltwärme und 25% Antriebsenergie (meistens Elektrizität, möglich ist auch Gas, allerdings mit anderen Wirkungsgraden) 100% Nutzwärme, die für die Raumheizung und Warmwassererwärmung eingesetzt werden kann (Figur 1). Umweltwärme ist überall in der nahen Umgebung verfügbar. In der Luft, in der Erde und im Wasser sind gewaltige Energiemengen gespeichert, die durch Sonneneinstrahlung, Niederschläge und dem Wärmenachfluss aus dem Erdinnern ständig auf natürliche Art erneuert werden.

Wie hoch ist der Anteil erneuerbarer Energie mit Wärmepumpen?

Erneuerbare Energien sind nachhaltig, unbegrenzt und kostenfrei vorhanden. Bei der Nutzung für die Wärmeerzeugung belasten sie die Umwelt nicht. Im Gegenteil, sie reduzieren die Umweltbelastung von Kohlendioxyd (CO2), Stickoxyd (NOx), Schwefeldioxyd (SO2), Feinstaub etc. Die Verwendung von erneuerbaren Energien ist für die Zukunft wegweisend und erhöht den Wert von Liegenschaften.

Wie hoch ist der Anteil an erneuerbarer Energie bei verschiedenen Wärmeerzeugungssystemen für die Gebäudebeheizung und für die Warmwassererzeugung? Der gesamte Energiebedarf beträgt 100%, basierend auf den aktuellen Bauvorschriften. Die aufgeführten Werte sind Grössenordnungen.

Heizsystem Zusatzkomponenten Primärenergie Hilfsenergie Erneuerbare Energie
Luft/Wasser-WP keine Strom 30-40% in Primärenergie enthalten 60-70%
Erdsonden-WP / Wasser-WP keine Strom 20-30% in Primärenergie enthalten 70-80%
Luft/Luft-WP
Quelle: Fortluft
keine Strom 10-15% in Primärenergie enthalten 85-90%
Holzkessel Gebläse elektrisch Holz* Strom 5% 95%* ist zugleich Primärenergie
Ölkessel kombiniert mit Solar für Warmwasser Gebläse und Ölpumpe elektrisch Heizöl 85% Strom 3% 10-12%
Gaskessel kombiniert mit Solar für Warmwasser Gebläse elektrisch Gas 85% Strom 3% 10-12%

 

Woher kommt der Strom für die Wärmepumpen?

Der in der Schweiz produzierte Strom stammt zu 40% aus der Kernkraft und zu 60% aus erneuerbaren Energiequellen, vor allem aus Wasserkraftwerken. Beim Verbrauch sieht die Bilanz umgekehrt aus: Stromimporte und -exporte führen dazu, das s der Strommix an der Steckdose zu rund 60% aus nicht erneuerbare Energiequellen stammt.

Für die Wärmepumpenanlagen in der Schweiz braucht es keine zusätzlichen Kraftwerke. Die erforderlichen Strommengen sind vorhanden. Zum Vergleich: mehr als ein Viertel des Gesamtstromverbrauches der Schweiz geht auf das Konto der privaten und öffentlichen Beleuchtung sowie der Haushaltgeräte. Die heute in Betrieb stehenden Wärmepumpen sind hingegen nur für 1-2% des Gesamtstromverbrauches verantwortlich. Durch Effizienzsteigerungen bei den Elektrogeräten und durch den Ersatz der Elektrowiderstandsheizungen kann mehr Strom eingespart werden, als die Wärmepumpen je brauchen.

Hausbesitzer können schon heute aus verschiedenen Stromprodukten auswählen: Wenn sie ihre Wärmepumpen mit Strom aus Wasserkraft, Windenergie oder Photovoltaikanlagen betreiben, stammt ihre Heizungswärme zu 100% aus erneuerbaren Energien.

Eignen sich Wärmepumpen für Radiatorenheizungen?

Ja, Wärmepumpen können auch bei Radiatoren Heizungen in Neubauten und Sanierungsobjekten eingesetzt werden. Die obere Einsatzgrenze der Vorlauftemperatur liegt bei einigen Wärmepumpenfabrikaten bei 55-65 °C.
Die benötigte Heiztemperatur hat einen grossen Einfluss auf die Effizienz. Je höher diese ist, desto schlechter wird die Effizienz. Deshalb lohnt sich die genaue Prüfung der tatsächlich benötigten Heiztemperatur. Es lohnt sich dabei fast immer, alte Heizkörper durch neue mit grösserer Heizfläche zu ersetzen. Ganz generell sollten energetische Massnahmen an der Gebäudehülle zur direkten Senkung des Wärmebedarfs und damit zur Reduktion der Heiztemperaturen geprüft werden. Die Senkung des Heizungsvorlaufs um 5 °C erhöht die Effizienz um ca. 8% (das heisst, dass die Wärmepumpe rund 8% weniger Strom verbraucht). Eine Wärmepumpe trägt jedoch auch mit einer eher tieferen Jahresarbeitszahl zur CO2-Reduktion bei.

Kann mit einer Wärmepumpe ein Gebäude im tiefen Winter beheizt werden?

Grundsätzlich ja, denn alle eingesetzten Wärmepumpen sind bei den normalerweise benötigten unteren Einsatzgrenzen funktionsfähig. Einige Unterschiede zwischen den verschiedenen Wärmepumpensystemen gilt es aber zu beachten:

Luft/Wasser-Wärmepumpen:
Luft/Wasser-Wärmepumpen haben eine untere Einsatzgrenze von ca. -20°C. Für Heizungsanlagen im Schweizer Mittelland, die nach SIA-Normen ausgelegt werden, heisst das, dass die Wärmeleistung bis -8 °C und bis zu einer Höhe von 1000 Metern (gemäss SIA Norm ca. -10 °C) erfüllt, resp. garantiert werden muss. Sinkt die Aussentemperatur über längere Zeit (einen oder mehrere Tage) unter den Auslegungswert (SIA-Norm), schaltet sich automatisch die Zusatzheizung ein. Statistisch gesehen tritt dieser Fall jedoch nur ganz selten auf.

Sole/Wasser-Wärmepumpen:
Bei diesen Wärmepumpen ist die richtige Dimensionierung der Erdwärmesonden wichtig. Dazu gibt es eine SIA-Norm (SIA 384/6) mit den Randbedingungen für eine richtige Dimensionierung.

Wasser/Wasser-Wärmepumpen:
Wenn für die Wärmequelle Grundwasser zur Verfügung steht, ist vor allem der Wasserdurchfluss und die Wasserqualität zu beachten. Eine Wasseranalyse zeigt, ob beispielsweise Korrosionsgefahr besteht. Bei Oberflächenwasser aus Seen oder Flüssen muss die Wasserverschmutzung und vor allem die Frostgefahr bei absinkenden Aussentemperaturen beachtet werden.

Kann man Wärmepumpensysteme mit Solaranlagen kombinieren?

Ja. Die Kombination eignet sich und erhöht die Anlageeffizienz im Sommer und in der Übergangszeit. Je nach Baustandard ist der Anteil der Energie für die Wassererwärmung höher, weil die Wärmeverluste durch die Wände geringer werden. Da Wärmepumpen Umweltenergie nutzen, ist die Verbesserung mit thermischen Sonnenkollektoren von geringerer Bedeutung und kaum amortisierbar. Wenn Subventionen und andere Finanzhilfen vorhanden sind, wird der Einsatz interessant.

Welches ist der Unterschied zwischen COP und JAZ?

COP (Coefficient of performance = Leistungszahl) und JAZ (Jahresarbeitszahl) sind je ein Mass für die Effizienz. Der COP gibt bei der Wärmepumpe das Verhältnis zwischen Heizleistung und aufgenommener elektrischer Leistung bei einem bestimmten Betriebspunkt an, z.B. COP = 4.5 bei B0W35, d.h. die Wärmepumpe liefert bei einer Soletemperatur von 0°C und einer Nutztemperatur von 35°C (Heizung oder Warmwasser) 4.5 mal so viel Leistung als sie selber in Form von Strom aufnimmt. Die Leistungszahlen von Wärmepumpen werden in den Testzentren (z.B. am Wärmepumpen-Testzentrum WPZ in Buchs SG) an verschiedenen vorgegebenen Betriebspunkten gemessen. So können einzelne Wärmepumpen bezüglich ihrer Effizienz miteinander verglichen werden. Im praktischen Einsatz durchlaufen Wärmepumpen über das ganze Jahr gesehen unterschiedlichste Betriebspunkte. Der COP ist also nicht geeignet, den Betrieb einer Wärmepumpe umfassend zu charakterisieren. Dafür dient die Arbeitszahl (AZ). Die AZ gibt das Verhältnis zwischen produzierter Heizenegie und aufgenommener elektrischer Energie an. Über ein ganzes Jahr betrachtet, wird die Arbeitszahl als Jahresarbeitszahl (JAZ) bezeichnet. Für den Vergleich ist es wichtig, dass die Bilanzgrenze klar festgelegt ist. Eine hohe JAZ erfordert eine optimierte Dimensionierung der Gesamtanlage.

Wie kann ich mit einer Wärmepumpe kühlen?

Weishaupt bietet verschiedene Möglichkeiten, wie Sie mit einer Wärmepumpe im Sommer kostengünstig für kühle Wohnräume sorgen. Dabei unterscheidet man zwei Verfahren:

Passive Kühlung:
Bei der passiven Kühlung wird die niedrige Temperatur des Grundwassers oder des Erdreiches über einen Wärmetauscher auf das Heizsystem übertragen. Der Verdichter der Wärmepumpe wird nicht eingeschaltet, die Wärmepumpe bleibt „passiv“.

Aktive Kühlung:
Bei der aktiven Kühlung wird die Kühlleistung der Wärmepumpe auf das Heizsystem übertragen. Der Verdichter der Wärmepumpe wird eingeschaltet, die Wärmepumpe ist „aktiv“.

Welches Verteilsystem benötige ich bei einer Wärmepumpe?

Wärmepumpenheizungen werden idealerweise mit einem Niedertemperaturheizsystem betrieben. Dies sind Fussboden- oder Wandheizungen. Ihr Vorteil ist, dass sie mit niedrigen Vorlauftemperaturen (30 – 40 °C) auskommen.
Herkömmliche Heizkörper benötigen Vorlauftemperaturen von mindestens 50 °C. Dies ist aber kein Problem, denn Weishaupt bietet Wärmepumpen mit Vorlauftemperaturen von bis zu 60 °C. Mit diesen Wärmepumpen und durchgeführten Dämmmassnahmen können die vorhandenen Heizkörper weiter verwendet werden. So steht auch bei der Heizungsmodernisierung dem Einbau einer Wärmepumpe nichts im Wege.

Wie kann ich mit meiner Wärmepumpe CO2-frei heizen?

Die Wärmepumpe ist eine der umweltfreundlichsten Heizanlagen. Aus nur einer Kilowattstunde Strom Antriebsenergie macht die Wärmepumpe bis zu vier und mehr Kilowattstunden Heizenergie – ein Verhältnis, das deutlich zeigt, welche finanziellen und ökologischen Chancen die Wärmepumpentechnik bietet.

Wenn die Antriebsenergie darüber hinaus auch noch als Ökostrom bezogen wird, ist es sogar möglich 100-prozentig CO2-frei zu heizen.

Das Wärmepumpen-System-Modul

Das Label «Wärmepumpen-System-Modul» ermöglicht die Erstellung von effizienten Wärmepumpen-Anlagen – sowohl bei Sanierungen als auch bei Neubauten. Der neue Standard macht Offerten vergleichbar, regelt die Schnittstellen und sorgt dafür, dass alle Leistungen auch tatsächlich erbracht werden. Mindestens jede fünfte Anlage wird im Rahmen eines engen Qualitätssicherheitssystems geprüft. Das WP-System-Modul baut auf dem bestehenden internationalen Gütesiegel für Wärmepumpen auf. Es wurde mit Mitteln von Energie Schweiz durch die FWS (Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz) entwickelt, dies in enger Zusammenarbeit mit den Fachverbänden suissetec, GKS und SWKI. Sämtliche Informationen finden Sie unter www.wp-systemmodul.ch

Das WP-System-Modul integriert die Komponenten Wärmequelle, Wärmepumpe, Umwälzpumpe, Speicher, Hydraulik, Wärmeabgabesystem, Wassererwärmung und Steuerung/Regelung in ein aufeinander abgestimmtes Gesamtsystem der Wärmeproduktion. Das WP-System-Modul regelt auch die Inbetriebnahme und ermöglicht durch die Qualitätssteigerung eine markante Effizienzsteigerung gegenüber herkömmlichen Anlagen.

Das Wärmepumpen-System-Modul ist so aufgebaut, dass weniger Schnittstellenfragen in der Planungs- und Installationsphase auftreten. Dank der fachlich korrekten und umfassenden Inbetriebnahme und der nachfolgenden Betriebskontrolle erhält der Kunde eine Anlage, die den Ansprüchen nach optimaler Energieeffizienz und Betriebssicherheit gerecht wird. Der Hausbesitzer erhält ein Zertifikat für seine Wärmepumpenanlage. Die Zertifizierung erfolgt durch eine unabhängige Fachkommission der FWS, welche die Unterlagen prüft und die Anlage zertifiziert.